...oder was?

Unter Chimäre versteht man definitionsgemäß einen Organismus, dessen Zellen sich von mindestens zwei genetisch verschiedenen Zygotenlinien herleiten – soweit Wikipedia.

Hin und wieder höre ich: Und es gibt sie doch!
Die kurzhaarige Maine Coon.
Oder die Maine Coon mit Maske.
Oder die Maine Coon mit Locken.
Und immer wieder heißt es dann:
„Selbstverständlich sind das echte Maine Coon. Beide Eltern sehen aus wie Maine Coon.“
Ja. Wie denn?
„Langes Fell, langen Schwanz, große Ohren mit Pinseln und Haare zwischen den Zehen.“
Und? Haben die Eltern Papiere?
„Nein – weswegen? Man sieht doch dass es Maine Coon sind.“

Ach so. Na ja….
Zu aller erst einmal:

Nicht alles, was langes Fell und Püschel auf den Ohren hat, ist eine Maine Coon.
Es kann genau so eine Sibirer oder eine Norwegische Waldkatze sein.
Auch diese Rassen gehören zur Fraktion der „Halblanghaarkatzen“.
Unterschiede sind für den Fachmann/ die Fachfrau sehr auffällig, für den Laien (in Ermangelung der Rassenkenntnisse und –standards) oft nicht.

Den Rassestandard der Maine Coon erklärt das "Maine Coon Seminar" (Seminar Prepared by: Beth Hicks, January 2004, TICA Judge from 1979 - 2007 Tanstaafl Cattery - Est. 1972 ) anschaulich und ausführlich.

Wenn nun jemand eine Halblanghaarkatze hat und sie mit einem Halblanghaarkater verpaart (ich schreibe ausdrücklich nicht Maine Coon sondern Halblanghaar), dann können die Kitten mit Halblanghaarpelz gesegnet sein.

Manchmal aber auch nicht….
Und zwar dann nicht, wenn in den Elternlinien (die nicht bekannt sind weil ja keine Papiere vorliegen) eine Kurzhaarkatze „mitgespielt“ hat, ihre Gene in der DNA eines Elternteils „auf der Lauer“ liegen.
Eines ist schon Mal seit den Zeiten der Herrn Mendel oder Darwin unbestritten:
Das genetische Gedächtnis vergisst nichts!
So wie beim Menschen in einer Familie ausgeprägte Gesichtszüge, Nase, Augen oder sonst was über Generationen hinweg deutlich sichtbar weitervererbt werden, genau so kommt es vor, dass eine blonde Mutter und ein brünetter Vater nach 2 brünetten Mädchen einen rothaarigen Jungen bekommen. Bevor dann irgendwelche Verdächtigungen aufkommen, fällt der Frau der in Amerika lebende rothaarige Bruder ihrer Mutter ein… der dann seinen Neffen entzückt zur Kenntnis nimmt und glücklich ist, nicht mehr der einzige in der Familie zu sein….
Genau so verhält es sich bei den Katzen.
Sollte bei einem langhaarigen Kitten eine Maske auftauchen: Dann war da ein Ragdoll oder ein heiliges Birmchen mit im Spiel. Bei dem Lockenkätzchen ein Selkirk Rex vielleicht….
Falls es noch Fragen zum fest definierten Rassestandard der Maine Coon gibt: Die einschlägige Literatur oder ein Blick auf ins Internet bietet hinreichend Informationsmaterial. Zudem gehört die Maine Coon zu den wenigen natürlichen, ursprünglichen Rassen.

Folgende Anmerkung sei erlaubt:
Grundsätzlich ist die Durcheinanderverpaarung kreuz und quer durch alle Katzenrassen möglich.
Nur: Wünschens- und Erstrebenswert ist es nicht.
Es gibt bereits alles. Für jeden Geschmack und Wunsch das Passende.
Wem der Sinn nach einer Halblanghaar Masken-Katze steht: Sie muss nicht erfunden werden.
Es gibt sie schon in charmanter Perfektion. Nur nicht unter der Modell-Bezeichnung Maine Coon sondern Ragdoll…
Nur ein Beispiel aus einer anderen Tiergattung: Niemand würde auf die Idee kommen, ein ursprüng­liches, rassereines und unverfälschtes Islandpony mit einem Welsh-Cob zu verpaaren. Pferdekenner würden sagen: „Was soll der Blödsinn! Bestes kann nur verschlimmbessert werden!“


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