... selbstverständlich kann er sich mit den Katzen in der Wohnung frei bewegen.


Hin und wieder lese ich diese bedeutsamen Worte auf einer HP – und seufze.
Glück gehabt – bis jetzt! denke ich dann immer. Was nicht war, wird sicher (kann) noch kommen…

Auch mein Caruso hat sich die ersten 4 Jahre überall vorbildlich verhalten, durfte auf meinem Bett, auch neben meiner Schulter schlafen. Bis er eines Tages mein Kopfkissen ausgiebig markierte. Während ich im Halbschlaf drauf lag… Direkter, endloser Strahl neben mein Ohr! Ab da war Schluss mit Lustig.

Zwischenzeitlich war ja dann damals auch Mercury als 2. Kater eingezogen und dann irgendwann in vollem Besitz aller Katerkräfte. Caruso und Mercury hatten ab dem Zeitpunkt X zusammen mit Gesellschaftskastrat Chippo ein großes eigenes Zimmer mit Fenster und jede Menge Versteck- und Spielmöglichkeit: mein Büro. Dass ich die Tastatur des Rechners, den Rechner und den Drehstuhl bei Nichtgebrauch mit einer pinkeldichten Folie abgedeckt hatte war klar, als die ersten Duftmarken die besagten Objekte trafen. Fußboden und Wände wurden mit PVC ausgelegt.

Wenn ein Kater erstmal -oder auch mehrmals- erfolgreich gedeckt hat, ist es ihm ein dringendes Bedürfnis, seine Mannbarkeit jederzeit und Jedem demonstrativ zu übermitteln. Das hat nichts mit psychischen Störungen oder Unsauberkeit zu tun, es ist einfach seit Katzen-Urzeiten so im Kleinhirn verankert. Die meisten Zuchten finden ja in Familienräumen statt. Das ist auch gut so, denn die Katzen, Kater und Babys sind vollwertige Familienmitglieder. Aber eines ist genau so sicher: Keine noch so „verrückte“ Katzen“mutti“ wird wirklich glücklich in einem Haus (oder in einer Wohnung), wo es von oben bis unten und in jedem Raum nach jahrelang abgestandenem Katerurin stinkt! Frisch ist es noch nicht mal unangenehm – wie bei frischem Menschenschweiß. Einfach nur wild und animalisch. Aber wenn erstmal allen Fußbodenleisten, Teppichen, Laminat-/Dielenritzen, Tapeten dieser unverwechselbare Mief entströmt der die Nase lähmt…. Dann hat auch irgendwann der liebste aller Ehemänner, die Kinder und die Freunde kein Verständnis mehr für die Katzenleidenschaft.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Mittel, die die Geruchsmoleküle eliminieren (können). Was aber den/die Kater postwendend dazu veranlasst, erneut Duftmarken zu setzen. Es muss ja nachparfümiert werden. Das ist „Mann“ sich als Revierchef schuldig…
Never ending story….
Und so scheitert entweder die Beziehung – oder die Ambition als Züchterin. Es sei denn, Frau kennt eine Züchterin, die sich Kater hält weil sie die Gegebenheiten dafür hat und fremd decken lässt …

Wobei wir auch das Problem der markierenden Kätzinnen nicht vergessen dürfen. DOCH! Das gibt es auch. Besonders während der Rolligkeit, kurz davor und danach entwickeln einige Kätzinnen ein starkes Revierverhalten. Etliche Züchterinnen kennen das. Meine Fantasy z. B. pinkelt dann vor den Kühlschrank auf den Fliesenboden, Xinni auf die Spüle…. Beides sind dominante Weibchen. Ihre jeweiligen Stellen werden peinlichst genau eingehalten und sind leicht zu reinigen. Aber: Immerhin….

Und nun stellen Sie sich das ganze bitte in einer 2,5 Zimmer-Wohnung (leider auch immer noch bei etlichen Züchterinnen üblich) vor… Und die Kitten wachsen dann im Wohnzimmereckchen auf und sind auch nicht auf Anhieb stubenrein…
Seitdem ich seit 2005 das große Bauernhaus in Blickstedt bewohne, habe ich auch hier wieder ein separates Herrenzimmer. Auch wieder sehr groß, hell, mit offenem Fenster zum rausschauen und reichlich Kletterplatz und Höhlen.

Selbstverständlich dürfen die Kater Caruso, Mercury,Taifun und Caruso`s Sohn Smart Crooner im Haus frei laufen. Aber immer nur einer zur Zeit und nur dann, wenn ich ihn beobachten kann. Dann liegen sie friedlich im Wohnzimmer auf dem Sofa oder im Bibliothekenschrank, stöbern durch Schlafzimmer, Küche, Esszimmer, Bad und alle Flure…toben mit den Kitten. Alles erlaubt. Sie werden durchgeknuddelt und für ihr gewünschtes Verhalten belohnt. Nur irgendwo hinterrücks an die Wand stellen und Schwanz hochhalten: Dann gibt es einen kurzen Warnlaut von mir – der potenzielle Markierer weiß Bescheid. Verhalten unerwünscht – und dreht unverrichteter Dinge ab. Selbstverständlich sind sie bei gutem Wetter sowieso morgens mindestens 2 und abends mindestens 3 Stunden im Außengehege, können sich dort austoben oder langweilen. Ganz wie sie mögen.

Dass die 4 Herren tagsüber im Herrenzimmer sind, schränkt sie in keiner Weise ein. Wenn ich unter der Woche mal unerwartet reinkomme, liegt sowieso jeder an/auf seinem Lieblingsplatz und träumt. Oder alle sitzen einträchtig auf der Fensterbank und beobachten am offenen Fenster, was sich draußen so tut.

Hier muss ich einmal nachdrücklich betonen, wie viel Glück ich habe, dass alle Kater und auch die 2 Kastraten Treasure und Elmo in vollendeter Harmonie miteinander umgehen. Es gibt kein Gefauche und Geknurre, keine Hauerei. Da sind die Weibchen manchmal recht zickig untereinander, zumal wenn die Hormone wallen.

Dass die Mädels von den Jungs getrennt sind, hat für beide Seiten psychische Vorteile: Im Rudel sind immer die Weibchen die Revier-Dominanten, auch bei Hofkatzen in Freiheit! Die Herren werden nur zur Hochzeit geduldet und dann wieder weggefaucht. Das dient – nicht zuletzt – der Sicherheit des Nachwuchses. (Auch Löwenmännchen fressen fremde Löwenkinder, damit das Weibchen wieder rollig wird.) Selbst meine zierliche Fanny „blickt“ den riesigen Taifun „in die Flucht“, wenn er ihr in die Quere kommt und sie keine Lust auf ihn hat. Wenn „gucken“ nicht reicht, wird auch schon mal geknurrt.
Diese Dominanz“attacken“ können zu Stress ausarten! Einer ist immer der Verlierer. Der dann vielleicht anfängt mit Protestpinkeln…
Alle meine Kater sind ausgesprochen ausgeglichen, schmusig, anhänglich, überaus sozial verträglich und keinesfalls Verhaltensgestört.

Die strikte Trennung der Geschlechter hat einen weiteren wichtigen Vorteil: Ich muss den Kätzinnen nicht die Pille verabreichen. Somit kommen wir nie in die Gefahr der Gebärmutterzysten, Gesäugetumore etc…

Soweit meine Intention zur Katerhaltung.

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