Zu sehen, wie die Katzenzwerge aufwachsen, größer und mutiger werden: Das ist soooo schön!

Allerdings gibt es auch Augenblicke in denen einem das Herz stehen bleibt!

5, 5 Wochen alt ist der S-Wurf jetzt. Alles wird untersucht, es wird getobt, gerannt, gespielt – immer und überall. Das Haus ist katzengerecht: Die geschlossenen Treppenstufen haben Teppichbelag, die Klo-deckel sind immer zu, es gibt keine großen Bodenvasen oder Grünpflanzen, keine frei herumliegenden Tüten und nix mit einem langen Band dran, die Türen können nicht unbeabsichtigt zuschlagen, Putzmittel grundsätzlich in Schränken – und trotzdem kann was passieren.
Feierabend, zu Hause angekommen: Noch ein kleiner Kaffee-Klönschnack mit Schwiegermutter nebenan. Dann in den Stall: Kaninchen füttern. Noch ein kleiner Schnack mit Schatzi auf dem Hof – und dann ins Haus. Unten im Vorflur höre ich schon lautes, notvolles Geklage. Ich rase die Treppe hoch, schaue ins Gäste-WC von woher die Schreie kommen – und finde Splendid eingeklemmt.
An der Wand hängt ein Flachheizkörper, ca 60 cm. breit und 10 cm. vom Fußboden entfernt. Hier hat sich der Lütte gründlich eingekeilt und brüllt um sein Leben.

Mein vorsichtiger Versuch, das Köpfchen zu erreichen wird mit einem kräftigen Biss in den Mittelfinger quittiert. Fest, ganz fest steckt er mit Kopf und Vorderbeinchen zwischen Wand, Heizung und Heizungsrohr… ziehen geht nicht, dann bringe ich ihn um. Gottseidank kann er sich abstützen, sein Gewicht abfangen, steht auf den Hinterbeinen.
Ich rase die Treppe wieder runter und rufe draußen im Laufen nach Horst und dass er Wasserpumpenzange und Werkzeug zusammenrafft! Katze steckt fest!

Er reagiert wie der Blitz und rennt mit Werkzeug und mir nach oben.
2 Schrauben drehen, ein kurzer Ruck nach oben – und Katerchen ist frei.
Horst kümmert sich um das handwerkliche und ich mich um den Unglücksraben.
Er zittert, ist äußerlich unverletzt, das Blut an seiner Schnauze ist von meinem durchgebissenen Finger. Ich setze ihn vorsichtig auf den Boden, prüfe Reflexe, er dreht den Kopf in Richtung meiner schnippsenden Finger. Hals und Nacken OK!
Er bekommt Rescue-Tropfen in die Öhrchen massiert, gegen Zerrungen und Quetschungen 2 Globuli Arnika D12 unter die Lefzen geschoben, und zart an mich gedrückt beruhige ich ihn mit streicheln und purren. Interessiert verfolgt er die Reparaturbemühungen vom Chef.

Puh… er zeigt keine Schockreaktion. Und Appetit hat er auch schon wieder.
Das linke Vorderpfötchen hat eine leichte Sehnenzerrung im Handgelenk – das wird sich aber bald wieder erholen! Jetzt gönne ich mir etliche Rescue-Tropfen… gehe Heizungswasser auffeudeln und die Sache mit Horst besprechen.
Der Lütte liegt derweil auf meiner linken Armbeuge und döst ein… schläft die Aufregung weg.
Noch NIEMALS ist eines der Kitten hinter der Heizung irgendwo verschwunden. Druntergekuschelt schon, aber dahinter? Ist doch gar kein Platz. Wie wir jetzt wissen: Doch!
Und was sagt uns die ganze Geschichte?
Man kann noch so viel Umsicht walten lassen und Vorsorge treffen: Das Unglück schläft nicht! Wir dürfen froh und glücklich sein, wenn wir alle unsere Lieblinge jedes Mal ohne Probleme und Malaisen groß kriegen. Manchmal haben unsere Schätzchen einfach nur Glück und dennoch ist eines von den berühmten 7 Katzenleben schon Mal abgehakt….

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